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Alpakas – Neuweltkameliden sind mehr als nur Woll-Lieferanten

Im schönen Sauerland beschäftigen sich mittlerweile viele Leute mit Alpakas? Woran liegt das? Was macht das Alpaka so begehrt? Immer mehr Höfe im Sauerland haben sich auf die Alpakazucht spezialisiert. So auch der Alpakahof Blomberg in Meinerzhagen. Auch Lutz und Silke Aufenacker sind den Alpakas verfallen. Wir möchten nun auch wissen, was diese Tiere so besonders macht.

Lutz Aufenacker hat sich angeboten uns den Hof und die Alpakas zu zeigen. Im Übrigen gehört die Hofführung mit zum Programm, welches vom Alpakahof Blomberg angeboten wird.

Um zu den Alpakas zu kommen, müssen wir zunächst einmal viele abgesicherte Tore passieren. Begleitet werden wir von der Foxterrier Hündin des Hofes. Sie hat hier alles im Griff. Als erstes kommen wir zu den Stuten mit ihren erst kürzlich geborenen Jungtieren. Zugegeben, das ist schon ganz schön süß. Die Stuten sind natürlich auf der Hut. Wir müssen uns langsam bewegen, um die Herde nicht zu verschrecken. Alpakas sind wie Pferde auch Fluchttiere. Man muss sich Ihnen langsam nähern, damit sie sehen, dass von uns keine Gefahr ausgeht. Wie jede andere (Löwen)Mutter auch, beschützen Alpakas ebenso ihre Fohlen. Und der Tritt eines Alpakas ist nicht gerade angenehm. Zur Not wird auch gespuckt. Das Spucken kommt aber wirklich nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Erst einmal ist dies sehr unangenehm und zweitens muss das wohl auch sehr widerlich stinken. Quasi wortwörtlich wie ein Stinktier. Der Geruch, beziehungsweise die Spucke, ist kaum aus der Kleidung und von der Haut wieder ab zu waschen. Natürlich halten wir uns im Hintergrund, um niemanden aufzuschrecken.

Zwei Fohlen werden noch erwartet. Die Stuten mit ihren Fohlen bilden die eine Herde und die Hengste die andere. Da die Alpakastuten zu jeder Zeit paarungsbereit sind, müssen sie getrennt voneinander gehalten werden, um keinen unerwünschten Nachwuchs zu bekommen. Nicht, dass jeder Nachwuchs unerwünscht ist, ganz im Gegenteil, aber nur so kann eine optimale Zucht aufgebaut werden mit gesunden Alpakas und sehr gutem Vlies.

Alpakahof Blomberg ist ca. 4 Hektar groß

Auf ca. 4 Ha Land können sich die Alpakas von Lutz und Silke Aufenacker austoben. Zur Zeit leben 34 Alpakas in den zwei Herden auf dem Blomberg Hof. Lutz und Silke Aufenacker teilen sich die Arbeit. Da kommt einiges zusammen. Außer der Zucht und der Verkauf von Alpakas und deren Wolle, stehen auch noch Organisation und Planung von Alpakawanderungen, Hofführungen und Kindergeburtstagen oder anderen Feierlichkeiten an. Wie bei jeder anderen Tierzucht auch gehört die Fürsorge und Pflege natürlich auch zum Tagesablauf. Dazu kommt noch die Sorge um die Tiere, wenn eine Krankheit in der Herde ausbricht. Denn einen Tierarzt zu finden macht das Ganze nicht gerade einfach. Nicht jeder Tierarzt ist bereit Alpakas zu behandeln. Die Medikamente, die dem Tierarzt zu den jeweiligen Behandlungen von der Pharmaindustrie zur Verfügung stehen, sind nicht ausreichend für die Behandlung von Alpakas getestet. Die Verantwortung einer Fehlbehandlung möchte kein Tierarzt gerne übernehmen, zumal dann die Rechnung schnell mal über mehrere Tausend Euro gehen kann, beispielsweise bei einem preisgekrönten Zucht Alpaka. Aber das ist nur die Ausnahme.

Da die Alpakas ursprünglich in den südamerikanischen Anden zu Hause sind, kommt das Alpaka gut mit der sauerländischen Kälte, aber auch mit großer Hitze klar. Auch Regenschauer stecken sie ohne Probleme weg. Die Wolle der Alpakas hält aufgrund ihrer Faserfeinheit und Struktur bis zu fünf mal so warm wie Schafswolle. Die Feuchtigkeit wird ebenfalls besser absorbiert. Und das Schönste daran ist, dass die Wolle allergikergeeignet ist, weil sie kein Lanolin, also Wollfett, enthält. Alpakawolle ist wunderbar weich, trocken, fettfrei und riecht kaum. Deswegen wird es auch das “Vlies der Götter” genannt. Das Gold unter den Naturfasern. Die Wolle zu verspinnen ist gar nicht so einfach.

Auf dem Alpakahof Blomberg werden Huacaya-Alpakas gezüchtet. Sie haben eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser, die auch Crimp genannt wird. An der Crimp-Struktur erkennt Silke Aufenacker, ob das Vlies für die Wollverarbeitung geeignet ist. Einmal im Jahr werden die Alpakas geschoren, meist vor dem Sommer, so dass noch genügend Zeit bleibt, dass sich zum Winter hin wieder genug Wolle bilden kann. Die geschorene Wolle wird vom groben Schmutz befreit, sortiert und zur Weiterverarbeitung verkauft. Einen Teil der Wolle vom Alpakahof Blomberg findet man aber auch im eigenen Hofladen Sortiment wie zum beispiel Strickwolle und Stepp-Bettdecken. Aber auch importierte Ware aus Alpakawolle von ausgewählten Importeuren, beziehungsweise aus “fairem Handel” direkt aus Peru, werden im Hofladen angeboten. Es sollte einem aber bewusst sein, dass die Socken, Mützen, Schals, Jacken, Troyers usw. keine Ramschware sind. Qualität hat eben ihren Preis. Einen gerechtfertigten Preis. Bei dem “nur mal eben Gucken”, im Hofladen von Silke Aufenacker, hat sich schon so manch einer vertan…

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